Kaltblütig
27. November 2008 von UlliIn Holcomb, West Kansas wird an einem Sonntagmorgen 1959 eine ganze Familie brutal ermordet. Panik greift in dem kleinen Städtchen um sich. Die Mörder werden zwar schnell gefasst, aber die Frage bleibt: Warum? Truman Capote geht in seinem fesselnden Buch dieser Frage nach.

Kaltblütig
Als die vierköpfige Familie Clutter in ihrem abgelegenen Farmhaus in Holcomb ermordet wird, erschüttert dieses Verbrechen die USA. Den Journalisten und Schriftsteller Truman Capote läßt die Geschichte nicht mehr los. Er reist nach Kansas und bittet die beiden, inzwischen gefassten und geständigen Mörder um ein Interview. Aus dem einem Gespräch werden viele. Capote gewinnt das Vertrauen von Perry Smith und Richard “Dick” Hickock den beiden Mördern der Familie Clutter.
Smith und Hickock erzählen Capote ihr Leben und er schreibt mit. Ohne zu beschönigen oder Partei zu ergreifen erzählt Capote die Geschichte zweier Männer, in deren Leben nie etwas gestimmt hat. Zwei Leben die von roher Gewalt, Verwahrlosung und schließlich einer völligen Abstumpfung jeglichen Gefühls oder Mitgefühls bestimmt wurden. Akribisch schildert Capote jede Einzelheit und zeigt auf, warum es zu diesem Verbrechen kam.
Gleichzeitig schreibt Truman Capote über das Leben der Familie Clutter, dass in einem krassen Gegensatz zu dem von Smith und Hickock steht. Ein von Arbeit geprägtes Leben ohne wirkliche Höhepunkte. Herbert Clutter hatte es zu einem gewissen Wohlstand gebracht, was ihm, seiner kranken Frau, seinem Sohn und seiner jüngsten Tochter letztendlich zum Verhängnis wird.
Truman Capote, geboren 1924 in New Orleans geboren, ist ein brillianter Erzähler. “Kaltblütig” knüpft nahtlos an andere Geschichten des Exzentrikers, wie “Grasharfe” und “Frühstück bei Tiffanys” an.
“Kaltblütig” geht unter die Haut, macht sprachlos und ob man will oder nicht, man bekommt Mitleid mit den Mördern, die Truman Capote bis zu ihrer Hinrichtung begleitet hat.
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19th. April 2010 um 12:21Uhr
Truman Capote gelingt es in seinen Geschichten die Menschen respektvoll in einer sehr zarten und zugleich ausdrucksvollen Sprache zu portraitieren. Neben “Frühstück bei Tiffany” begeistert mich immer wieder die Erzählung “Eine Weihnachtserinnerung”. Der Beitrag über “Kaltblütig” gibt mir den Impuls mich nun endlich auch an diesen Roman heranzuwagen.