Frank McCourt
9. November 2008 von Ulli“Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum.”
So lautet das lakonische Fazit von Frank McCourt . Er hatte eine irische Kindheit, eine Kindheit an der andere zerbrochen wären. Hunger, Krankheit, Schmutz und Tod waren die Begleiter seiner Kindheit und Jugend. Frank McCourt ist nicht daran zerbrochen, er hat sie aufgeschrieben, diese irische Kindheit.

Frank McCourt, geboren 1930 in New York, ist vier Jahre alt, als seine Eltern in ihre irische Heimat zurückkehren. Frank lernt die Slums von Limerick kennen, eine Wohnung, die bei jedem Regen unter Wasser steht und in der es reichlich Ungeziefer gibt.
Sein Vater, ein liebevoller, aber schwacher Charakter, der trinkt und dem er versprechen muss, für Irland zu sterben. Die Mutter ist völlig überfordert mit der Sorge um das tägliche Brot. Frank muss sie begleiten wenn sie in der Kirche um Essen und Kleider für die Kinder bettelt und man ihr die Tür vor der Nase zuschlägt.
Er erlebt den Tod seiner Schwester und seiner kleinen Zwillingsbrüder und er holt den betrunkenen Vater aus dem Pub wo er den letzten Penny vertrunken hat. Mit 19 Jahren schafft er es durch einen eisernen Willen, Fleiß und einen grotesken Zufall, der Hölle zu entkommen und nach New York fliehen.
Auch dort muss Frank McCourt einiges einstecken, um zu überleben, aber auch hier schafft er es mit bewundernswerter Gelassenheit.
Frank McCourt beschreibt diesen kindlichen Albtraum in “Die Asche meiner Mutter” und die schweren ersten Jahre in New York in “Ein rundherum tolles Land” ohne jede Verbitterung oder Zorn, er plaudert darüber und man meint, sein verschmitztes Lächeln dabei zu sehen.
Er nimmt uns mit auf eine Reise durch sein Leben, auf der man nie weiß, ob man lachen oder weinen soll.
Bildquelle: Wikipedia von Elke Wetzig


