Walter Kempowski
26. Februar 2009 von UlliWalter Kempowski gehört zu den wenigen Schriftstellern, dessen Bücher man immer und immer wieder lesen kann, ohne sich auch nur eine Sekunde zu langweilen. Er gab uns einen sehr privaten Einblick in sein Leben und ließ uns so mitlachen und mitweinen.

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Uns geht’s ja noch Gold
Mit diesem Satz fasst Walter Kempowskis Mutter Margarethe den Krieg zusammen. Viel ist ja auch nicht passiert im großbürgerlichen Haushalt der Kempowskis in Rostock, lediglich ein paar Fensterscheiben sind zerbrochen. Aber hier beginnt sie erst richtig, die Geschichte des Walter Kempowski.
Er beschreibt seine Familie mit all ihren Schnurren und Eigenheiten so genau, dass man sich schnell heimisch fühlt im Wohnzimmer der Familie. Man hört den Vater Klavier spielen und den Ausruf der Mutter bei jeder passenden Gelegenheit. “Wie isses nun bloß möglich?”
In seiner Familienchronik schreibt Walter Kempowski jede Kleinigkeit auf, beginnend mit der Geschichte seiner Eltern (Aus großer Zeit) bis hin zu den acht furchtbaren Jahren im Zuchthaus Bautzen (Im Block) und dem Neubeginn im Westen.
Walter Kempowski
Als Sohn eines Reeders und Kaufmanns, wird Walter Kempowski am 29. April 1929 in Rostock geboren und wächst zusammen mit seinen beiden älteren Geschwistern Robert und Ulla wohlhütet auf.
Als der Vater in den letzten Kriegstagen fällt, muss Walter Kempowski die Schule verlassen, um Geld zu verdienen. Irgentwann gelangt er auf Umwegen in den Westen. Als er vom Heimweh getrieben, seine Mutter in Rostock besucht, wird er von den Sowjets verhaftet und zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Acht Jahre lebt er unter unmenschlichen Zuständen in Bautzen, bevor er frühzeitig entlassen wird. Walter Kemposwski geht nach Norddeutschland, heiratet und wird Lehrer.
Am 5. Oktober 2007 stirbt Walter Kempowski an einem Krebsleiden.
Was er mal werden möchte, wurde Kempowski als Kind gefragt. Ich möchte ein Archiv werden, hat er geantwortet. Er wurde ein wunderbares Archiv.
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