Der Vorleser

18. April 2009 von Ulli

Eine seltsame und anrührende Liebesgeschichte oder ein Stück deutscher Geschichte, man kann Bernhard Schlinks “Der Vorleser” sehen wie man will. Eines steht fest, es ist eines der wenigen deutschen Bücher mit Weltruhm.

vorleser

Eine Liebesgeschichte

In den 1950er Jahren lernt der 15-jährige Schüler Michael Berg die Schaffnerin Hanna Schmitz kennen. Mit der 20 Jahre älteren Frau erlebt er seine erste Liebe. Bei den heimlichen Treffen in ihrer Wohnung geht jedem Liebesakt ein seltsames Ritual voraus: Michael muss Hanna etwas vorlesen.
Eines Tages verschwindet Hanna spurlos. Jahre später sieht der Jurastudent Michael Hanna wieder, als Angeklagte in einem so genannten Ausschwitz Prozess. Hier erfährt er auch ihr Geheimnis: Hanna ist Analphabetin. Diese Tatsache verschweigt sie im Prozess aus Scham und wird zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Michael schickt Hanna von ihm besprochene Kassetten mit Werken der Weltliteratur ins Gefängnis und Hanna lernt autodidaktisch lesen und schreiben. Hanna beginnt sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzten und begeht nach 18-jähriger Haft, unmittelbar vor ihrer Entlassung Selbstmord.

“Der Vorleser” ist ein atmospärisch sehr dichtes Buch, dass geschickt aufgebaut ist und sich trotzdem sehr gut lesen läßt.

Bernhard Schlinks Überraschungserfolg “Der Vorleser” erschien zuerst in den USA und wurde mittlerweile in 27 Sprachen übersetzt. Damit ist das Buch neben der “Deutschstunde” von Siegfried Lenz und der “Blechtrommel” von Günter Grass das erfolgreichste deutsche Buch.

2008 wurde “Der Vorleser” mit Kate Winslet, die für ihre Rolle der Hanna einen Oscar gewann, und dem deutschen Schauspieler David Kross verfilmt.

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