Don Quijote de la Mancha
4. November 2008 von JulianAls ich das erste Mal aufgrund meines Romanistikstudiums von Don Quijote hörte, dachte ich der Roman sei eben ein klassischer Ritterroman. Ich hatte mich unheimlich getäuscht!
Die Parodie schlechthin!
Im Don Quijote geht es sehr wohl um einen Ritter. Allerdings handelt der Roman von einem Ritter im 17. Jahrhundert – zu einer Zeit als es überhaupt keine Ritter mehr gab. Don Quijote ist ein Träumer, ein relativ armer Adeliger, der so viele Ritterromane liest, dass er letztlich verrückt wird und sich selbst einbildet er sei ein Ritter. Zusammen mit einem seiner Arbeiter, Sancho Panza (der leider ein wenig einfältig ist) macht er sich auf den Weg, um Drachen zu besiegen, Jungfrauen zu retten und Heldentaten zu bestehen.
Unglaublich komisch!
Das Problem: Es gibt im 17. Jahrhundert keine Heldentaten zu bestehen. Don Quijote und sein Knappe ernten Spott von allen Seiten. Trotzdem schaffen sie es so einige Abenteuer zu bestehen, auch wenn manche schlichtweg erfunden sind.

Erzählen neu definiert
Aus literaturwissenschaftlicher Sicht ist der Roman ein Meilenstein der Literaturgeschichte. Das beginnt bereits bei der Findung des Erzählers (wer erzählt überhaupt den Roman), die absichtlich gestreuten Unwahrheiten der verschiedenen Erzähler, die parodistische Aufarbeitung der damaligen Verhältnisse – ohne den Don Quijote wären heutige Romane gar nicht erst entstanden.
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