Maria, ihm schmeckt`s nicht!

14. November 2008 von Ulli

Wenn ich mal wieder richtig lachen möchte, also so richtig von Herzen und auch mal laut, dann lese ich “Maria, ihm schmeckt`s nicht” von Jan Weiler. Ein Buch das einfach nur gute Laune macht und wirklich für Lachtränen sorgt.

Junger Mann trifft junge Frau, sie verlieben sich und bald steht fest, dass sie den Rest ihres Lebens zusammen verbringen möchten. So weit, so gut. Nur das die junge Frau einen Italiener zum Vater hat, der nicht so einfach einem völlig fremden Mann seinen kostbarsten Schatz , seine Tochter, überlassen möchte. Er muss zunächst strengsten Prüfungen unterzogen werden.

Antonio, so heißt der Vater der Braut, ist Gastarbeiter der ersten Generation und hat es in den Jahren in Deutschland zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Für ihn ist es selbstverständlich, dass sein zukünftiger Schwiegersohn nicht nur seine Tochter heiratet, sondern sich auch vom Rest der italienischen Sippe adoptieren läßt.

Maria, ihm schmeckt`s nicht!
Nach einigen turbulenten Treffen mit reichlichem Weinkonsum und einem denkwürdigen Abend mit beiden Elternpaaren, denkt man, dass ist nicht mehr zu toppen. Aber weit gefehlt, die Hochzeit und mit ihr alle schrecklichen Geschenke der italienischen Verwandtschaft und eine Reise in Antonios Heimatort Campobasso sind die eigentlichen Höhepunkte des Buchs.
In Italien wird gegessen (“Danke, ich kann wirklich nicht mehr!” “Maria, ihm schmeckt`s nicht!!!”), getrunken, mit Plastikkrokodilen am Strand gelegen und über das Leben philosophiert. Hier erzählt Antonio seine Lebensgeschichte, die zugleich anrührt und amüsiert. Einerseits habe ich mir mit Grausen vorstellt wie es ist, eine solche Verwandtschaft zu haben, anderseits wollte ich eine solche Sippe unbedingt mal kennenlernen.

Jan Weiler, Jahrgang 1967, schreibt mit einem wunderbar trockenen Humor, der immer ins Schwarze trifft und schwört seine Geschichte wäre nicht autobiografisch. Das nehme ich ihm allerdings nicht ab, denn dafür ist sie einfach zu gut.

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